Christian Klien ist einer jener Sportler, die immer den direkten Weg gehen. Umwege gehören nicht zu seinem Naturell. So wie 1991, als er bei einem Formel 1-Besuch in Hockenheim mit gerade 8 Jahren seinem großen Idol Ayrton Senna (Bild links) direkt in die Arme lief. Heute zählen ihn Fans und Fachleute trotz seiner erst 26 Jahre bereits zu den routinierten Formel 1-Fahrern. Wen wundert's bei diesem Lebenslauf? Erster Formel 1-Test mit 20 Jahren, Debüt mit gerade 21, dazwischen liegen drei Jahre als Einsatzpilot und drei volle Jahre als Test- und Ersatzpilot in großen Werksteams.  In einer turbulenten Zeit des Umbruchs in der Formel 1 macht Christian aus seinen weiteren Ambitionen keinen Hehl: „Ich werde weiter mit hundert Prozent Einsatz um ein fixes Formel 1-Cockpit kämpfen. Denn der Beruf des Rennfahrers hat ja mit ‚Rennen fahren' zu tun." Mit der Verpflichtung als Test- und Ersatzfahrer beim HRT F1 Team, Hispania Racing ab 2010 ist Christian diesem Ziel wieder einen kleinen Schritt näher gekommen.

Christian Klien hat nach offizieller Zählweise 49 Grands Prix bestritten (51, wenn man Bahrain 2005 mit Defekt am Vorstart und Indianapolis 2005 dazuzählt, als er wie fast das gesamte Feld nach der Formationsrunde wegen Reifenproblemen in die Boxengasse abbiegen musste). Sein F1-Einstieg war 2004 kometenhaft schnell passiert. Nachdem er durch die Ausbildung der Formel BMW gegangen war, fuhr er mit 19 Jahren seine Rookie-Saison in der Formel-3-Euroserie, wo er reihenweise Siege einfuhr und sich als Gewinner des prestigeträchtigen Marlboro-Masters in Zandvoort seine Eintrittskarte in die Formel 1 sicherte - als erster seiner Jahrgangskollegen Rosberg, Hamilton, Kubica, Piquet oder Glock, gegen die er alle in der Formel Renault und Formel 3 gekämpft hatte.

Ein Jahr bei Jaguar und zwei Jahre bei Red Bull Racing brachten eine ansehnliche Bilanz: Hoher Grundspeed, Talent und Rennintelligenz standen auf der Habenseite, mangelnde Erfahrung - speziell im direkten Vergleich zu den Teamkollegen Mark Webber und David Coulthard - und bestenfalls durchschnittliches Material reichten unter dem Strich nur dazu, sich im Mittelfeld zu etablieren. Oder vereinzelt Glanzlichter zu setzen, wie im Großen Preis von Monaco, als erst ein Defekt einen sicheren Podiumsplatz zunichtemachen konnte. Seit 2007 ist Christians Erfahrung bei den großen Werksteams gefragt: zunächst bei Honda Racing und seit 2008 im BMW Sauber F1 Team, wo er sich neben der Testarbeit als Ersatzfahrer jederzeit für einen möglichen Einsatz bereit halten musste. Seine Dosis Rennfeeling holt sich Christian Klien an freien Wochenenden als Langstreckenpilot. So debütierte er 2008 im Peugeot-Werksteam bei den legendären 24 Stunden von Le Mans gleich mit Führungskilometern und einem Podiumsplatz. Das Langstreckenprogramm bleibt auch 2010 fixer Bestandteil seiner Aufgaben als Rennprofi - denn das Cockpit ist immer noch der beste Trainingsplatz für einen Rennfahrer, der ein Ziel vor Augen hat. Christians Weg zurück in die Startaufstellung führte ihn 2010 über zwei Freitagstests in Barcelona und Valencia zum Renncomeback in Singapur als Ersatz für den erkrankten Sakon Yamamoto.

Nach den drei Grands Prix im Jahr 2010 verpflichtete Aston Martin Racing 2011 Christian Klien als Werksfahrer für das Prototypen-Programm in der Le Mans Series.

 

 

 

STECKBRIEF

 
   
Geburtstag/-ort 7. Februar 1983/Hohenems (Österreich)
Nationalität Österreicher
Wohnort Diepoldsau (SUI)
Familienstand ledig
Größe 1,68 m
Gewicht 69 kg
Hobbys Ski fahren, Eishockey, Mountainbike fahren
Lieblingsessen Italienische Küche
Lieblingsgetränk Holunderbeersaft
Lieblingsrennstrecke
Monaco und Spa

 

 

KARRIERE-HIGHLIGHTS

   
Erstes Rennen 1995, Kartrennen in Osogna (Tessin),
Lauf zur Liechtensteiner Kartmeisterschaft
   
1996-1998 Karterfolge in der Schweiz, Österreich, Deutschland und Italien;
Erster Sieg beim Lauf zur Schweizer Kartmeisterschaft in
Locarno Schweizer Meister in der Kategorie Mini 60 ccm.
   
1999 Debütsaison im Formelsport,
erster Formel-Sieg auf dem Sachsenring;
4. Platz Formel BMW Junior Cup, vier Siege
   
2000 10. Platz Formel BMW ADAC,
3. Platz in der Rookie-Wertung
   
2001 3. Platz Formel BMW in Deutschland,
fünf Siege
   
2002

1. Platz Deutsche Formel Renault 2000,
fünf Siege, 13 Podestplätze, fünf Polepositions;
5. Platz Formel Renault Eurocup und bester Rookie;
3. Platz Formel Renault Wintercup Italia

   
2003 2. Platz Formel 3 Euroserie,
Auszeichnung als „Rookie of the Year",
vier Siege, sechs Polepositions;
Sieg beim Marlboro-Masters in Zandvoort
   
2004 16. Platz Formel 1-Weltmeisterschaft
(Jaguar Racing - Teamkollege Mark Webber)
   
2005 15. Platz Formel 1-Weltmeisterschaft
(Red Bull Racing - Teamkollege David Coulthard, Cockpitteilung mit Vitantonio Liuzzi)
   
2006 18. Platz Formel 1-Weltmeisterschaft
(Red Bull Racing - Teamkollege David Coulthard)
   
2007 Formel 1 Test- und Ersatzfahrer (Honda F1 Racing)
Zusätzliche Tests bei Spyker und Force India
   
2008

Formel 1 Test- und Ersatzfahrer (BMW Sauber F1 Team)
Werksfahrer Le Mans Series (Peugeot 908)
3. Platz 24 Stunden von Le Mans (Peugeot 908)
2. Platz Petit Le Mans in Road Atlanta (Peugeot 908)

   
2009 Formel 1 Test- und Ersatzfahrer (BMW Sauber F1 Team)
Werksfahrer Le Mans Series (Peugeot 908)
1.Platz 1.000 km von Spa-Francorchamps
6.Platz 24 Stunden von Le Mans / Schnellste Rennrunde
   
2010

Werksfahrer Le Mans Series (Peugeot 908)
Formel 1 Test- und Ersatzfahrer (HRT F1 Team, Hispania Racing)
Renneinsatz beim Grand Prix von Singapur, Brasilien und Abu Dhabi

   
2011 Werksfahrer Le Mans Series (Aston Martin AMR-One)

 


 

FORMEL-1-STATISTIK  
   
Erster Grand Prix GP Australien, Melbourne, 2004
   
GP gestartet 49 (+2x trotz Qualifikation nicht gestartet)
   
Beste Platzierung
5. (GP China 2005)
   
WM-Punkte
2004: 3
2005: 9
2006: 2
2010: 0